Menü

JOSEPH GROLL

josef grollVilshofen hat eine lange Tradition des Bierbrauens. Bis ins 19. Jahrhundert waren alleine auf dem Stadtplatz sechs Brauereien. Der berühmte Vilshofener Brauer Joseph Groll (* 21. August 1813 bis † 22. November 1887), erlangte seinen Weltruhm allerdings fern der Heimat im böhmischen Pilsen. Dort wirkte er in den Jahren 1842 bis 1845 im Bürgerlichen Brauhaus als oberster Braumeister und begründete die Tradition nach Pilsner Art zu brauen, die heute weltweit bekannt ist. 1842 zapfte er sein erstes Fass Pils an, das später unter dem Namen „Pilsner Urquell“ die Bierliebhaber auf der ganzen Welt erfreuen sollte. Joseph Groll gilt damit als Erfinder des Pils Bieres nach Pilsner Brauart. Im Jahre 2013 feierte die Stadt Vilshofen an der Donau das Jubiläum „200 Jahre Joseph Groll“. Seitdem ziert eine Büste von Joseph Groll (gefertigt von der Künstlerin Edeltraud Göpfert) den Eingang des Rathauses.

 

 

 

 

HEINRICH LAUTENSACK

heinrich lautensackAn den am 15. Juli 1881 in Vilshofen geborenen Dichter Heinrich Lautensack erinnert in der Donaugasse am Haus Nr. 44 sein Porträt auf einer Bronzetafel. Da sein Vater nach dem Tod seiner ersten Frau in die Nachbarstadt Passau gezogen war, verbrachte er in Vilshofen nur seine früheste Kindheit. Nach dem Besuch der Realschule in Passau kam Heinrich an die Industrieschule in München, um Geometer zu werden. In der Landeshauptstadt schloss sich Heinrich Lautensack schon 1901 dem Kabarettverein „Elf Scharfrichter“ an. Er wurde dort als „Henkersknecht“ aufgenommen. Damit begann sein Leben als Literat, das er von 1910 bis 1914 und dann nach kurzem Kriegseinsatz im 1. Weltkrieg bis zu seinem Tod 1919 in Berlin verbracht hat. Trotz seines kurzen Lebens – er starb 37jährig – hinterließ er ein breit gefächertes Werk, das vom Drama über die Lyrik bis zur Prosa reicht. Seine bekanntesten Stücke schrieb er für das Theater, wie z. B. „Hahnenkampf“ und „Die Pfarrhauskomödie“. Im „Altbayerischen Bilderbogen“ arbeitet er literarisch seine Heimat an der Donau auf, der er stets eng verbunden bleibt. Lautensack schildert darin vor allem das religiöse Brauchtum im Jahresablauf, Wallfahrten und weltliche Festlichkeiten Zeit seines Lebens blieb Heinrich Lautensack allerdings eine tragische Dichterfigur, da die Zensur alle seine Theaterstücke verboten hat. Petra Ernst aus Passau nennt ihn in ihrem Buch „Via Crucis“ (1993) den „Verfasser skurriler, verquerter, weitsichtiger und kritischer Sprachschöpfungen“. Als Hauptantrieb für sein Schreiben sieht sie „Heimat und Fremde, Tradition und Moderne, Erotik und Katholizität“. Ab 1912 arbeitete Lautensack beim Film, wo er Drehbuchvorlagen las, literarische Texte auf ihre Filmtauglichkeit überprüfte und in der Organisation tätig war. Er verfasste aber auch Filmdrehbücher. Heinrich Lautensack starb am 10. Januar 1919 geistig umwirrt in der Heilanstalt Eberswalde bei Berlin.

 

HANS CAROSSA

hans carossaDer Arzt, Schriftsteller und Dichter Hans Carossa kam am 15. Dezember 1878 in Bad Tölz als Sohn des Arztes Dr. Karl Carossa und seiner Frau Maria, einer aus Seestetten stammenden Lehrerin, zur Welt. Seine Kindheit und Jugendzeit verbrachte Hans Carossa in Königsdorf (b. Bad Tölz), Pilsting (b. Landau/Isar) und Landshut (Besuch des Gymnasiums). Ab 1897 absolvierte er in München, Würzburg und Leipzig das Studium der Medizin. 1904 übernahm er die Praxis seines Vaters in Passau. Nachdem er 1907 vorübergehend in Fürstenfeldbruck ansässig war, kam er 1908 zur allein in Seestetten lebenden und erkrankten Mutter zurück und übte eine Landpraxis aus. Seine Mutter Maria Carossa hatte 1894 von ihrem Onkel Georg Voggenreiter, Bauer und Schiffsmeister, das „Lenzengütl“ am Bahndamm in Seestetten geerbt. Von 1916 bis 1918 wurde Hans Carossa als Bataillonsarzt im 1. Weltkrieg eingesetzt. Sein „Rumänisches Kriegstagebuch“ erzählt davon.
Nach seiner Arzttätigkeit in München kam er 1929 zurück nach Seestetten und zog in das „Lenzengütl“ ein. Von nun an arbeitete er nur noch als freier Schriftsteller. 1941 starb seine Frau Valerie. Zwei Jahre später heiratete er Hedwig Kerber von Passau-Rittsteig. Hans Carossa lebte von da an bis zu seinem Tod am 12. September 1956 in Rittsteig.
Der ursprünglich rastlose Arzt, Lyriker und Erzähler wurde ab 1929 heimatverbunden. Sein Freund, der Passauer Theologieprofessor Dr. Alois Winklhofer, schrieb einmal über Carossa: „Carossa hat die Landschaft seiner Heimat vergeistigt. Es ist seine Landschaft, von der fast jeder Höhenzug und jedes Tal in seinen Werken lebt“. Auf Schritt und Tritt begegnen wir also in seinen Werken unserer engeren Heimat.
Schon zu Lebzeiten erfuhr Hans Carossa große Anerkennung und Belobigung im In- und Ausland. Sein umfassendes Werk, das höchsten dichterischen Rang hat, wurde in alle Kultursprachen übersetzt. Besondere Verehrung genießt Carossa in Japan. Aus seinem Schaffen seinen als Beispiele genannt: „Eine Kindheit“ (1922), „Geheimnisse des reifen Lebens“ (1936), „Das Jahr der schönen Täuschungen“ (1941) und „Ungleiche Welten“ (1951). Er hat über zehn Romane und Erzählungen sowie zahlreiche Gedichte, Essays und Reiseberichte geschrieben. Carossa wurde mit den höchsten Literatur-Auszeichnungen bedacht. Er erhielt z.B. den „Gottfried Keller-Preis“ (Zürich 1931), den „Goethe-Preis“ der Stadt Frankfurt/Main (1938), und den philosophischen Ehrendoktorgrad der Universitäten München und Köln (1948). Seine Heimatgemeinde Sandbach (seit 1975 Stadt Vilshofen) verlieh ihm 1948 die Ehrenbürgerwürde.

Kontakt

Stadt Vilshofen an der Donau
Stadtplatz 27
94474 Vilshofen an der Donau
Tel. +49 (0)8541/208-0
Fax +49 (0)8541/208-190
E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Impressum

Zum Seitenanfang