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RITTERL-TUSCHL-BRUNNEN

Ritter Tuschl 300x470 webDie Stadt Vilshofen widmete ihrem großen Wohltäter Heinrich Tuschl 1988 ein Brunnendenkmal am Stadtplatz. Heinrich Tuschl präsentiert sich als Ritter in voller Rüstung. Am Brunnenbecken sind die Reliefs der 12 Kanoniker dargestellt, für die Heinrich das Kollegiatstift in Vilshofen stiftete. Das reiche Geschlecht der Ritter Tuschl von Söldenau, Vater Schweiker und Sohn Heinrich, bedachte im 14. Jahrhundert Einzelpersonen, caritative Einrichtungen, Klöster und Kirchen in Vilshofen und Umgebung mit Stiftungen und Schenkungen. Seiner Hauptstiftung, dem Kollegiatstift St. Johannes der Täufer, ließ Heinrich eine Reihe von Bauernhöfen zukommen und sicherte so das Überleben der Chorherren. Das Wappenschild, das der Bildhauer Karl Reidl der Brunnenfigur Heinrich Tuschl in die Hand gedrückt hat, trägt die seltsame Aufschrift „Allain“. Doch was hat dieses Wort für eine Bewandtnis? Der Heimatschriftsteller Max Peinkofer schilderte in seinem Büchlein „Brunnkorb“ eine der bekanntesten Fassungen der Sage vom Ritter „Allain“:

In seinen alten Lebenstagen schließt Heinrich Tuschl einen dritten Ehebund mit dem blutjungen Annerl von Ahaim. Das zauberhaft schöne Ding kann an dem ernsten Greis und dem Leben auf dem einsamen Schloss keinen Gefallen finden. Es verliebt sich in den hübschen Knecht, dem Hofschuster, und brennt mit ihm bei Nacht und Nebel durch. Der einsame, schwer enttäuschte Tuschl macht sich trotz seines hohen Alters auf, die Treulose zu suchen. Irgendwo in einer weltfremden Stadt findet er schließlich sein Annerl wieder. Bei einem Schuster muss er sich die schadhaft gewordenen Schuhe ausbessern lassen. In der Schusterwerkstatt entdeckt er inmitten einer Schar Kinder fröhlich und glücklich sein Annerl. Und der ehrsame Schuster ist der Gatte der reizenden jungen Frau. Tuschl erbaut sich an dem Familienglück, kann es aber nicht übers Herz bringen, sich zu erkennen zu geben. Er entlohnt den Schuster königlich und wandert betrübten Gemüts wieder seiner geliebten Waldheimat zu, wissend, dass er nunmehr allein bleiben muss bis an Ende. Er nennt sich forthin nur mehr Ritter „Allain“. Auch die Stiftsherren des von Heinrich Tuschl gegründeten Vilshofener Kollegiatstifts nehmen das Wort „Allain“ als Wahlspruch in ihr Wappen auf.

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