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Ein Steinbruch verschwindet unter dem Abraum eines anderen: Der Schneiderbruch

Etwa 200 Meter flussabwärts vom Taferlsee, im Bereich der kleinen Brücke der ehemaligen Lokalbahn, trat der Granit ursprünglich wohl offen zu Tage. Ein untrügliches Zeichen für den Pionier Joseph Rutschmann, dass sich hier eine lohnende Granitlagerstätte befand. Es ist anzunehmen, dass diese als eine der ersten, wenn nicht gar die erste Abbaustätte war, die im 1868 erworbenen Gebiet "von den Brüchen bei Mühlham ca. eine Viertel Fußstunde vilsaufwärts" in Betrieb genommen wurde. Dieser Bruch wurde offiziell zum "Schneider-Bruch". Er entstand dadurch, dass von einem damals etwa 35 m unterhalb der Bahnbrücke in die Vils einmündenden Bachlauf aus in den Berg hinein gegraben wurde.

 

Deponierung des Abraums

Das Abbaumaterial, das bei der Abtragung der teilweise mächtigen Deckschicht anfiel, wurde auf Loren verladen und auf leicht montierbaren Gleisen an die Böschungsränder beiderseits der Brüche geschoben. Dort kippte man den Abraum dann einfach den Hang hinunter. Dadurch entstand das charakteristische Erscheinungsbild der größeren Brüche: eingeschnittene Schluchten mit seitlichen "Eingangskegeln". Da es aber nicht möglich war, den gesamten Abraum an Ort und Stelle unterzubringen, wurde das Material auch abtransportiert und an geeigneten Stellen im Gelände verteilt oder aber in stillgelegte Bruchbereiche verbracht.

 

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Der Nachbarbruch: Eine starke Konkurrenz

Nur wenige Meter vom Schneider-Bruch flussaufwärts entfernt, wurde im Kahlhamer Bruch gearbetet, einem Bruch mit immensen Steinreserven. Deren Gewinnung machte jedoch eine laufende Entfernung der Deckschicht erforderlich. Diese konnte im Abbaubereich icht mehr untergebracht werden. Man transportierte sie an der Bergkante in Loren etwas ostwärts und kippte sie in den Schneider-Bruch, in dem die Arbeiten nocht gar nicht eingestellt waren. Die Folge war, dass der Ausgang des Schneider-Bruches allmählich zugeschüttet wurde.

 

Ein Tunnelbau für den Bach und Gesteintransport

Um den Bach im Schneider-Bruch das Abfließen und die Weiterarbeit im Bruch zu ermöglichen, begann man einen Stollen anzulegen - halbrund, gewölbeartig ausgebildet, lichte Höhe über zweieinhalb Meter -, der schließlich eine Länge von 55 Metern erreichte. So konnte man einerseits Material durch den Stollen transportieren, über ihm andererseits den Abraum aus dem Kahlhamer-Bruch weiter aufschütten. Der Eingang zu diesem Stollen verbirgt sich direkt hinter der kleinen Brücke der vormaligen Lokalbahn und ist heute noch begehbar. Nachdem der Eingangsbereich zum Bruch fast vollständig verfüllt war, wurde der Abbaubetrieb eingestellt, das Ende des Tunnels zugemauert und eine Rohrleitung für den Bach angeschlossen. Mit zunehmender Verfüllung des Bruches wurde das Rohr immer weiter verlängert, bis hin zu einem heute noch sichtbaren kleinen Wasserfall.

 

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Der Schneider-Bruch verschwindet

Hunderttausende Kubikmeter mühsam in Handarbeit gefördert lockerer Erde aus dem Kahlhamer-Bruch verfüllten schließlich die vorher gegrabene Abbaustätte. Der Hang über dem tunnelartigen Auslass aus dem Berg ist also keine Ausbildung der Natur, sondern Menschenwerk. Er ist durch die Auffüllung eines ursprünglich steilen Bachtales, das zum Steinbruch wurde, entstanden.

 

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