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"Der Stoa ist rauh und rauh ist unser Lebn"

tafel8a"An den abgeräumten kahlen Felsenabhängen der lang gedehnten Thalwand mit zerklüfteten blauen Bruchflächen sind jetzt hunderte von Arbeiter mit Meißel oder schweren Hebestangen beschäftigt, das Gestein loszubrechen". Bereits 1866 arbeiteten ungefähr 200 Steinhauer, 80 Tagelöhner und 20 Schmiede in der noch jungen Granitindustrie unter einem Verwalter und einem "Controlleur". Neben den Arbeiten, die die Steine bearbeiten, waren aber auch zahlreiche Zuarbeiter nötig: Zimmerleute für den Bau von Werkhütten, Schmiede für die Herstellung und Wartung der Werkzeuge und Maschinen, Fuhrleute zum Transport der Steine und den Bau von Fahrstraßen. Diese Arbeitskräfte kamen aus allen Ortschaften der Umgebung, vor allem aus Alkofen, Algerting, Aunkirchen, Mattenham oder Vilshofen.

 

tafel8bDer Stein bringt Lohn und Brot

"Der Stein bringt Brot,
er wend die Not,
er wend das Geschick,
zu unserem Glück."

Dieser alte Steinhauerspruch umschreibt treffend die damalige Lebenssituation: Die Granitsteinbrüche schafften vielen begehrte Arbeitsplätze in der gwerbe- und industriearmen Region. So auch für die Bewohner der ehemaligen "Colonie" Pleckental, die kaum ein Auskommen hatten und nun in den Granitbrüchen endlich Arbeit und ein bescheidenes Auskommen fanden. Die Menschen aus der Umgebung waren harte Bedingungen gewohnt und damit ideale Arbeitskräfte. Nicht wenige wanderten in andere Brüche ab oder wurden abgeworben. Um sie zur halten, konnten die Beschäftigten über die Firma Grund erwerben und sich so ansiedeln. Die damit zwangsläufig verbundene Verschuldung bedeutete ein durchaus gwolltes Abhängigkeitsverhältnis zur Firma.

 

Spezialisierung im Arbeitsablauf

Je größer die Betriebe wurden, desto feingliedriger wurde die Arbeitsteilung. Ungelernte Hilfsarbeiter wurden für die groben und schweren Arbeiten im Bruch eingesetzt. Sie unterstützten die Sprengmeister bei den mühseligen Bohrarbeiten und transportierten die Steine aus dem Bruch zu den Werkhütten. Die qualifizierten Arbeiten erledigten gelernte oder angelernte Steinhauer oder Steinmetze, das Lösen und Aufteilen der Rohblöcke bis hin zur Pflastersteinherstellung. Schmiede mussten dafür die stählernen Steinhauerwerkzeuge in rauchenden Schmiedeessen ständig ausbessern und nachschärfen.

 

tafel8cZwei Gastwirtschaften als "Kraftquelle"

Es entstanden im Laufe der Jahre "Wirtschaftsgebäude und aus Holz gezimmerte Marketender-Hütten, wo die erschöfte Kraft durch Speise und Trank ihren Wiederersatz findet". Gemüsegärten wurden angelegt, um die Eigenversorgung der Arbeiter zu verbessern. Die staubige Tätigkeit machte Durst. So wurde eigens bei Mühlham eine "Taferlwirtschaft" errichtet, welche sogar eine historische Postkarte ziert, und in der Grafenmühle eine zweite Gastwirtschaft eröffnet.

 

 

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