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Infotafel1.1Der Kahlhamer-Bruch nahe bei Liessing ist der größte Bruch im gesamten unteren Vilstal. heute ist er als "Taferlsee" bekannt. Dabei liegt das Gebiet mit dem alten Flurnamen "Taferl" weiter flussabwärts und der Bruch müsste - nach seinem früheren Besitzer - als "Kahlhamer-Bruch" benannt werden. Im Laufe der Zeit bürgerte sich jedoch der Begriff "Taferl" für alles ein, was mit den Granitsteinbrüchen im Vilstal zu tun hatte. Schließlich wird er auch ohne jedes Wissen über den vormaligen industriellen Granitabbau in diesem Gebie verwendet.

 

Die Anfänge des Kahlhamer-Bruchs

Der zeitliche Beginn des Abbaus in diesem Bruch ist nicht gesichert. Er muss aber 1896-1898, zur Zeit des Baus der Lokalbahn, schon längere Zeit in Betrieb gewesen sein, da sogar zwei Brücken unter dieser für die Industriebahn hindurch gebaut wurden.

 

Ein Bruch mit zahlreichen Funktionsgebäuden

tafel3bAm Eingang zum Abbaugelände befand sich links die damalige Elektrozentrale, die etwa ab 1915 aus der Grafenmühle mit Strom versorgt wurde. In dem Steingebäude waren die Transformatoren und die Presslufthämmer mitsamt deren Zubehör untergebracht. Oberhalb dieser Zeit befand sich ein großes Gebäude, das von den Arbeiern als Brotzeitstube und Aufenthaltsraum genutzt wurde. Vor dem Brucheingang lagen die Werkhütten zur Steinbearbeitung und die Schmiede. In einem Gebäude bei Liessing, nahe dem Steinbruch, existierte ab 1919/1920 ein Spaltwerk mit wahrscheinlich acht Spalthämmern. Darin wurden aus dem Rohmaterial des Bruchs Pflastersteine, Rand- und Bordsteine gefertigt.

 

Probleme mit dem tiefen Kessel

Infotafeln1.3Eine Besonderheit des Kahlhamer-Bruchs ist sein Tiefgang, da hier - entgegen der Regel - auch in die Tiefe hinein abgebaut wurde. Man folgte so dem Verlauf des hochwertigsten Granits. Dadurch enstand ein mächtiger Kessel. Aus diesem führten Gleise bis zur Sohle hinab, auf der sie sich weiter verzweigten. Um die Lok beim Transport auf der steilen Rampe aus dem Steinbruchkessel zu unterstützen, war in dem bunkerartigen Gebäude beim Ausgang eine starke Seilwinde eingebaut, die den Zug herauszog. Ständig drang Wasser in den "Kessel, dessen Grund nun weit unter dem Niveau der Vils lag", im Schnit 15 bis 18 Meter, an der tiefsten Stelle 20 Meter. Deshalb war im Bruch ein Pumpenhaus errichtet worden, dessen Pumpen rund um die Uhr das Wasser fernhalten mussten.

 

Der Kessel füllt sich mit Wasser

Ab 1934/35 drang das Wasser so stark ein, dass einerseits die eingestezten Pumpen überfordert waren, andererseits die Aufrüstung mit weiteren elektrischen Pumpen den Betrieb unwirtschaftlich gemacht hätten. Deshalb gab man den Abbau in der Tiefe auf. Der Kessel füllte sich allmählich mit Wasser. Nur in den Randflächen wurde weiter gearbeitet. Dazu musse man nun wieder - wie früher - die Deckschicht entferenen und deponieren. Aus Platzgründen wurde der Abraum in Gondeln verfüllt und mit Hilfe einer Materialseilbahn, die quer über den Bruch gespannt worden war, in den sich bildenden See gekippt. Der heutige Taferlsee ist deshalb nur mehr etwa 11 Meter tief. 1939 war der Abbau endgültig unrentabel geworden und wurde nicht zuletzt wegen des beginnenden Krieges aufgegeben.

 

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