Die Anfänge vieler Steinbrüche liegen im Dunkeln

tafel12aZu den wenigsten Brüche im Gebiet des Vils-Engtals liegen gesicherte Fakten vor. Bei vielen kleinen Abbaustellen ist unbekannt, wer der Besitzer oder Betreiber war. Oft scheint es sich auch nur um ehemalige Sondierunsgrabungen zu handeln, die schnell wieder aufgegeben wurden, als sich herausstellte, dass sich ein Abbau nicht lohnte. Eine Ausnahme stellen die Brüche in der Nähe der Grafenmühle dar, die mit großer Wahrscheinlichkeit von der Familie Bichlmeier, den Vorbesitzern der Grafenmühle erschlossen und ausgebeutet wurden. Besondere Bedeutung erlangten die sechs auf der rechten Vilsseite gelegenen Brüche, lagen sie doch verkehrsmäßig günstiger als die linksseitigen und hatten zudem wesentlich größere Abbauflächen.

 

Stillstand in Notzeiten

Es ist bekannt, dass in den Notzeiten nach dem ersten Weltkrieg, aber auch schon im Krieg von 1914 bis 1918 sowie auch während der Weltwirtschaftskrise im Jahr 1932, zeitweise sogar in allen Brüchen der Granit AG im Vilstal die Arbeit eingestellt war. In einigen davon wurde später wegen mangelnder Rentabilität die Arbeit nicht wieder aufgenommen.

 

Der Kalvari-Bruch - der "dienstälteste" Steinbruch der Region

tafel12bIn der Abbaugeschichte des Granits im unteren Vilstal war der Kalvari-Bruch nordöstlich von Mühlham wohl am längsten in Betrieb. Gut möglich, dass es sich hierbei - in Hinblick auf die lukrative Pflasterlieferung für die Maximiliansbrücke in München - um das 1860 erworbene Bauerngut "Mühlham" handelt. Jedenfalls sollen in diese Bruch bis in die späten dreißiger Jahre noch 70 Arbeiter beschäftigt gewesen sein. Die Situation änderte sich ab 1939 dramatisch. Mit Kriegsbeginn wurden die meisten Arbeiter zum Waffendienst eingezogen.

Französische Kriegsgefangene mussten unter menschenunwürdigen Bedingungen die stark eingeschränkte Produktion bis 1943 aufrechterhalten. Dann wurde der Bruch aufgegeben.

Zu seiner Blütezeit befanden sich im Kalvari-Bruch drei Gleisstränge, die fast bis zur Abbauzone verliefen. Damit konnten an drei verschiedenen Stellen die Gesteinsbrocken auf Loren geladen und aus dem Bruch transportiert werden.

 

Reste einer ehemaligen Elektrozentrale

tafel12cDas Gebäude aus massivem Granitstein östlich an der Eingangswand, errichtet zwischen 1915 und 1920, diente als Standort für dei Transformatoren und die Aggregate der Presslufthämmer, die mit diesen, über lange Schläuche verbunden, im Bruch und in den Werkstätten eingesetzt waren. Aber auch außerhalb der Bruchbereiches war eine lange Reihe von Werkhütten angesiedelt. Die meisten anderen Gebäude wie Schmiede, Lokschuppen, Lager, Zimmerei und Wohngebäude lagen im Bereich der Taferlwirtschaft und der Vilsbrücke stromaufwärts. Vor allem im vorderen Bereich des Kalvari-Bruchs wurde in der letzten Abbauperiode eine mächtige Schicht aus Abraum verkippt.

 

WEITER ZUR ABBAUGESCHICHTE >>