Historisches über die Benediktinerabtei Schweiklberg

Wie eine mittelalterliche Kirchenburg thront die Benediktinerabtei Schweiklberg über der Stadt Vilshofen. Genau hundert Jahre nach der Versteigerung des seit 1642 in der Stadt bestehenden Kapuzinerklosters 1804 kauften die Benediktiner von St. Ottilien 1904 das Schweiklgut über der Altstadt. Damit erhielt die Diözese Passau, in deren Bereich 1803 bei der Säkularisation alle Benediktinerklöster aufgehoben wurden, wieder ein Kloster des hl. Benedikt. Pater Prior Cölestin Maier aus St. Ottilien zog am 29. Januar 1905 mit fünf Brüdern in Schweiklberg ein.

Nach den Plänen des jungen Architekten Michael Kurz, der aus Gunderting in der Pfarrei Außernzell (Bayer. Wald) stammte, wurde bereits im August 1905 mit dem Bau des Gymnasiums und des Seminars begonnen. Ab 1909 errichtete man die Klosterkirche, die am 2. März 1911 auf das Patronat der Allerheiligsten Dreifaltigkeit benediziert werden konnte. Sie gehört zu den wohl markantesten Schöpfungen von Michael Kurz. Mit der Kirche der Abtei verwirklichte er eine seiner eigenwilligsten Schöpfungen, die angelehnt an den Jugendstil einen leicht neubarocken Nachklang hat.

Schon 1914 wurde Schweiklberg zur Abtei erhoben und Pater Cölestin zum Gründerabt gewählt. Nachdem man im Mai 1916 das Exerzitienhaus seiner Bestimmung übergeben hatte, konnte schon am 3. November 1921 die landwirtschaftliche Winterschule eröffnet werden. Im April 1935 verschied Abt Cölestin. Noch im gleichen Monat wählte der Konvent Pater Thomas Graf, einen Lehrersohn aus Holzkirchen (bei Ortenburg), zum zweiten Abt. Als Abt Thomas am 24. März 1941 verstarb, hatten die schwierigsten Jahre der jungen Klostergeschichte längst begonnen. Schon 1940 standen 50 Patres und Brüder der blühenden Abtei im Heeresdienst. Den schwersten Schlag erhielt das Kloster mit der Beschlagnahme durch die Nazis am 2. April 1941. Die noch im Kloster verbliebenen Patres wurden nach Münsterschwarzach (Franken) gebracht. Die Brüder mussten bleiben und den Betrieb weiterführen. Schweiklberg wurde von den Nazis der Reihe nach als Schulungslager des Bundes Deutscher Mädchen, als Heimschule mit Internat für Töchter von Kriegsteilnehmern, als Reichsschule für Südtiroler und 1943 als Reichskommissariat für die Festigung deutschen Volkstums eingerichtet. Im Mai 1945 kehrte der 1941 zum Abt gewählte Pater Willibald Markgraf in seine Abtei zurück und begann mit der Wiedererrichtung des Klosterlebens.

In den Jahren 1997/98 haben Meisterhände die Abteikirche bei der grundlegenden Renovierung in ein sakrales Schmuckstück verwandelt. Insbesondere die warmen Farben und die modernen, aber in ihren dekorativen Ornamenten durchaus dem Jugendstil angeglichenen Stuckelemente geben dem Gotteshaus eine heiter-festliche Atmosphäre. Künstler, Architekt, Firmenmitarbeiter und die Handwerker des Klosters setzten mit der Restaurierung der Abteikirche einen weiteren Glanzpunkt in der reichen Vilshofener Kirchenlandschaft.

Ein Hort der Geisteswissenschaft ist die mit weit über 40 000 Bänden ausgestattete Bibliothek. 1999 ging die Coelestin-Maier-Realschule aus dem Gymnasium Schweiklberg hervor. Da das Gymnasium nur bis zur zehnten Jahrgangsstufe geführt wurde, waren Ausstattung und Größe ideal für eine Realschule. Durch diese Neugründung konnte Schweiklberg als eine der ersten Schulen in der Umgebung die sechsstufige Realschule anbieten.

Mit dem 2007 gewählten Abt Rhabanus als Nachfolger von Abt Christian, der 25 Jahre verdienstvoll das Kloster geleitet hat, will die Abtei vor allem in der Mission in Afrika, Südamerika und Korea weiter segensreich wirken.

Bauweise der Abteikirche:

Die Schweiklberger Abteikirche hat eine Länge (Schiff) von 52,50 m, eine Höhe von 15 m und eine Breite von 27,50 m. Ihre beiden Türme sind 51 m hoch. Sie werden von zwei Zwiebelhauben gekrönt. Von insgesamt acht Zifferblättern zeigen sechs die Normalzeit an, während ein weiteres den Stand des Mondes, ein anderes den Stand der Sonne angibt. Von sechs Glocken hängen fünf im Ostturm mit einem Gesamtgewicht von 132 Zentner, während die Christkönigs-Glocke mir ihren 90 Zentner im Westturm ihren Platz hat. Die Klais-Orgel in der Klosterkirche gehört zu den berühmtesten und damit wichtigsten Orgeln im Landkreis Passau.

Klosterladen - Cafeteria - Afrika-Museum - Gäste- und Tagungshaus "St. Benedikt":

Der Schweiklberger Klosterladen bietet die Möglichkeit täglich zwischen 13.30 und 17.00 Uhr Produkte aus eigenen Produktion zu kaufen. Erhältlich sind beispielsweise Bienenwachskerzen und der Schweiklberger Geist, ein seit vielen Jahrzehnten bewährtes Hausmittel, das bis nach Sibirien verbreitet ist. An den Klosterladen grenzen eine gemütliche Cafeteria mit sonniger Terrasse und das Afrika-Museum an. Seit Ende 2014 ist das neue Gäste- und Tagungshaus "St. Benedikt mit 54 Betten und 3 Tagungsräumen in Betrieb.

Sie interessieren sich für eine Führung in der Abtei Schweiklberg inklusive Besichtigung des Afrikamuseums?

Dann richten Sie Ihre Anfrage an die Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Unsere Mitarbeiter helfen Ihnen gerne weiter und vermitteln für Sie eine Führung in der Abtei Schweiklberg. Oder Sie nehmen direkten Kontakt mit den Patres vor Ort auf, um eine Klosterführung zu buchen.

Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Homepage der Abtei Schweiklberg >>>