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info9.1Der Biber war über Jahrmillionen Bewohner unserer Heimat. Der Mensch jagte ihn wegen seines Fells, seines Fleischs und wegen des "Bibergeils" (Castoreum), einem Drüsensekret, das bis ins 19. Jahrhundert in der Medizin eingesetzt wurde. 1867 wurde der letzte Biber in Bayern erlegt. Hundert Jahre später hat der Bund Natuschutz, unterstützt vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium, wieder 120 Biber aus Nord- und Osteuropa angesiedelt. Heute leben in Bayern 12.000 Biber in 3.500 Revieren.

 

Nassforsch - aber Vegetarier

info9.2Biber sind die größten Nagetiere der nördlichen Erdhalbkugel und können über 30 kg schwer werden. Ihrem leben im und am Wasser sind sie hervorragend angepasst: ein stromlinienförmiger Körper und Schwimmhäute an den Hinterpfoten machen sie zum schnellen Schwimmer. Das extrem dichte Fell (bis 23.000 Haare pro cm²) wirkt wie der Neoprenanzug eines Tauchers. Der Schwanz, die sogenannte Biberkelle, ist ein Multifunktionsorgan: Steuer beim Schwimmen, Stütze beim Sitzen, Fettspeicher für den Winter und Alarmgeber bei Gefahr. Biber sind reine Vegetarier. Im Sommer leben sie von Gräsern und Kräutern. Im Winter fressen sie Rinde von Bäumen und Sträuchern. Weil sie nicht klettern können, müssen sie die Bäume fällen, um an ihre Nahrung zu kommen.

 

info9.3Familienleben mit Grenzen

Biber sind vor allem dämmerungs- und nachtaktiv. Sie leben in Familien, die aus den Elterntieren und den Jungen der beiden letzten Jahre bestehen. Eine Familie besetzt ein Reviert, in dem keine anderen Biber geduldet werden. Nach zwei Jahren werden die Jungbiber vertrieben.

 

Forstmann und Wasserbauer in einem

info9.4info9.5Biber gehören zu den großen Baumeistern unter den Tieren. Sie errichten kunstvolle Baue und Burgen. Dämme quer zur Fließrichtung tauen Bäche auf, so dass das Einschlupfloch immter unter Wasser liegt. Fallen Bäume, entstehen Lücken für Licht liebende Pflanzenarten. Stehendes Totholz gibt Höhlenbrütern und Fledermäusen Unterschlupf. Im Wasser liegende Stämme sind Unterstand und Nahrungsbiotop für Fische. In jedem Fall erhöht eine Biberfamilie die Lebensraumvielfalt.

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Biber in der Kulturlandschaft

Wenn der Biber Feldfrüchte frisst, Obstbäume fällt, Äcker unterminiert, Hochwasserdeiche aushöhlt oder Waldflächen überstaut, kommt es zum Konflikt mit dem Menschen. Biber gehen nur 10 bis 15 Meter weit vom Gewässer weg. Ausreichende Uferstreifen vermeiden Biberkonflikte, schützen unsere Gewässer und verringern den Aufwand für den Gewässerunterhalt.

 

Lösungen für Biberkonflikte

info9.7Bei beengten Verhältnissen bieten sich technische Lösungen an: Eine Drahthose schützt einen wertvollen Baum, ein Elektrozaun den Acker des Landwirts. Um schädliche Überflutungen zu vermeiden, dürfen Biberdämme mit Genehmigung entfernt werden. Auch das Fangen einzelner Biber ist möglich. Zum Ausgleich von Schäden hat das Bayerische Staatsministeriumg für Umwelt und Gesundheit einen Fonds eingerichtet; zuständig ist, wie bei allen Biberfragen, das Landratsamt.

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